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Dr. Ludger Schilling
Facharzt für Neurologie
und Psychiatrie

Dr. Robert Winkel
Facharzt für Neurologie und
Psychiatrie,
Psychotherapie
Akupunktur

Dr. José Cano
Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie

Dr. Vera Fritzsche
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie,Psychotherapie
- angestellte Ärztin -

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59192 Bergkamen

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Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten zu einer Behinderung führenden Erkrankung junger Erwachsener, ungefähr 100000 sind in Deutschland davon betroffen. Das Durchschnittsalter der Erkrankung liegt bei 30 Jahre. Der Beginn ist in etwa zwischen dem 5 und 50 Lebensjahr. Auch Kinder erkranken an MS. Die Erkrankung ist bei Frauen doppelt so häufig. MS folgt einer schon langen bekannten noch nicht enträtselter geographischen Verteilung.

Sie ist in den gemäßigten Klimazonen nördlich des 36 Breitengrades am häufigsten und nimmt zum Äquator hin ständig ab.

Es gibt verschiedene Krankheitsformen der MS. Einmal ist der Beginn abrupt, mit Sehstörungen und schmerzhaften Augenbewegungen oder schleichend mit Taubheit und Kribbeln am Körper, Schwindel, Unsicherheit beim Gehen und Doppelbilder. Häufig sistieren die Symptome spontan mit oder ohne Behandlung, nur um zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukommen (schubförmiger Verlauf) oder persistieren und werden chronisch (chronisch progressiv).

Letzendlich ist der Verlauf bei fast der Hälfte der MS Kranken chronisch progressiv. MS ist keine lebensbedrohliche Erkrankung. Die Lebenserwartung ist nicht wesentlich durch die Erkrankung verkürzt. Die Erkrankung ist nicht ansteckend und nicht direkt vererbbar. Ihr Verlauf variert und ist nicht vorhersagbar.

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Was sind die Symptome:

MS ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems des Gehirnes und des Rückenmarkes, die zum Verlust der schützenden Isolierschicht (Myelin) der Nervenbahnen führt, dadurch werden Nervenimpulse nicht mehr zügig und ungestört weitergeleitet, so daß es je nach Lokalisation zu spezifischen neurologischen Ausfallserscheinungen kommt: Sehstörungen bei Entzündung des Sehnervens, Schwindel, Doppelbilder bei Befall des Hirnstammes und Kleinhirns, allgemeine Schwäche, Gang- und Gefühls und Blasenstörungen bei Rückenmarksbeteiligung.

Die Symptome kommen und gehen, verschwinden ohne Therapie, bleiben häufig, werden nicht ernst genommen und verschlimmern sich.

Wie wird MS diagnostiziert ?

Die Diagnose basiert auf einer sorgfältigen Anamnese und neurologischer Untersuchung mit dem Nachweis multipler neurologischer Ausfallserscheinungen an verschiedenen Stellen des Nervensystems und dem Auschluß anderer ähnlicher Erkrankungen. Elektrophysiologische Zusatzdiagnostik (Evozierte Potentiale), Kernspintomographie des Gehirns und Rückenmarks als auch die chemische Analyse des Nervenwassers bestätigen die Diagnose.

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Was ist die Ursache ?

Trotz intensivster Forschung ist die Ursache der MS noch unbekannt. Eine Kombination von Umwelt- und Erbfaktoren in entsprechender Konstellation können zur Erkrankung führen, die aber im Einzelnen nicht bekannt sind. Die Chance an MS zu erkranken liegt bei 1-2 /1000, wenn 1 Familienmitglied betroffen ist. Das Krankheitsrisiko ist demnach gegenüber der allgemeinen Statistik erhöht.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es ?

Es gibt keine MS Prevention und keine Heilung. Jedoch nie geglaubte therapeutische Fortschritte haben die letzten Jahre erbracht. Einige neue Medikamente wurden erfolgreich erprobt und kommen jetzt zur Anwendung. Die MS Behandlung teilt sich in 3 Kategorien.

1. Symptomatisch:
Diese umfasst Medikamente zur Behandlung von Muskelkrämpfe und Spastik, Blasen und Stuhlgangskontrolle, Schmerz, Ermüdbarkeit und sexuelle Dysfunktion.

2. Attacken
Attacken werden vorzugsweise mit Corticosteroide (synthetische Hormone der Nebennierenrinde) behandelt, welche sie abkürzen und mildern. Sie werden in hohen Dosen intravenös pulsförmig verabreicht, d.h. 500 bis 1000 mg an 3 bis 5 Tagen. Die kontinuierliche Einnahme eines niedrig dosierten Corticosteroid ist uneffektiv.

3. Immun-Modulation
Interferone, eine körpereigene Substanzgruppe, die die Immunantwort des Körpers beeinflußen, bedeuten den ersten erfolgreichen Durchbruch in der MS Behandlung. Zwei beta Interferone 1 b und 1 a kommen zur Anwendung.

Interferon beta 1b wird jeden 2. Tag unter die Haut, und Interferon beta 1 a jede Woche in den Muskel gespritzt. MS Patienten werden zur Erlangung größerer Selbstständigkeit zur Selbst-Injektion unterrichtet. Copolymer 1 ein Gemisch aus kurzen Aminosäuren ist kürzlich zugelassen worden.

Die medikamentöse MS Behandlung ist nur ein Teil des Therapiekonzeptes. Kontinuierliche allumfassende ärztliche und rehabilitive Betreuung sichern und stabilisieren den Erfolg. Ihre lokale MS Selbsthilfegruppe hilft Ihnen bei der kompetenten Betreuung und Beratung.

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Weitere Informationen: Deutsche MS-Gesellschaft, International Federation of MS Society in englisch, MS-Selbsthilfegruppen für Patienten und Angehörige, www.ifmss.org.uk